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Wer gut ist, oder mich ein wenig kennt wird semi-autobiografisches entdecken können...

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Schwarze Rose



Dies ist eine Alltagsgeschichte. Es ist keine besondere Parabel, keine große Fabel. Dies ist eine Geschichte, wie sie jederzeit im normalen Leben vorkommen kann, vielleicht auch täglich geschieht. Wer weiß das schon?

Als ich jung war verliebte ich mich einst in dieses wundervolle Mädchen.
Ich erinnere mich noch an den Tag, als ich sie das erste Mal sah. Es war ein warmer Tag im April, ich war Ausnahmsweise mal auf der Straße unterwegs, mir die Zeit vertreiben. Es war, wie Sie sich sicher denken können, an eben jenem Tage, als ich sie sah – sie. Ich weiß noch, wie sie lockeren Schrittes daherlief, ihr langes, blondes Haar wehte im Wind. Sie trug ein schwarzes Top und einen ebenso schwarzen halblangen Rock. Ich war etwas verwundert heutzutage überhaupt noch so etwas zu sehen – scheinen (oder schienen) doch vielmehr Hosen die Wahl der modernen Frau zu sein. Oder wenn schon, dann gleich ganze Kleider. Beispielsweise, wenn eine Festlichkeit anstand, wie etwa eine Hochzeit (natürlich ist hier das Brautkleid das beste Beispiel) oder ein Ball (etwa ein Abschlussball). Aber ich schweife ab. Ich sah sie also – ein ungewöhnlicher Anblick, wie ich schon versuchte zu sagen. Nun, offensichtlich erging es ihr genauso und so sprach sie mich an, warum ich denn so seltsam zu ihr hinübergucken würde. Ich, ganz der alte Kavalier, antwortete ihr natürlich sogleich, dass es wohl daran läge, wie bezaubernd sie sei. Anders als man erwarten könnte kam nun keine Ohrfeige, keine Wut, kein Rotwerden, kein „Ach, wirklich?“. Nein. Die Antwort, die sie mir gab war ein einfaches „So?“ in Kombination mit einem verwegenem Lächeln gefolgt von der Frage, wieso ich sie denn so bezaubernd fände. Ein Blick in ihre schönen, klaren, blauen Augen und ich antwortete – wieder schmalzig und kavalierhaft, wie zuvor – es läge daran, dass ihr Vater ein Dieb sei, er habe die Sterne vom Himmel gestohlen und ihr in die Augen gelegt, was mich schlichtweg verzaubere und fasziniere. Sie wurde rot und lächelte mich an. Es entwickelte, wie man sich vielleicht denken kann, ein Gespräch daraus, was dazu führte, dass man Namen austauschte, Adressen usw., damit man sich in Zukunft auch wiedertreffen könne.
So verging die Zeit und wir begannen uns öfters zu sehen. Sie entpuppte sich als eine Art Seelenverwandte und es kam, wie ich schon zu Beginn sagte, dazu, dass wir uns näher kamen. Na ja, vielleicht ist „uns näher kamen“ etwas harmlos ausgedrückt. Es wurde jedenfalls intimer und irgendwann küssten wir uns. Wie ich diesen Moment genoss – so... „rein“, so wundervoll. Wir waren ganz für uns allein, nur wir zwei, alles andere verlor an Bedeutung. In der Tat dauerte es wohl seine Zeit, bis wir wieder voneinander ablassen konnten. Wie sie mich ansah, so voller Wärme - es war himmlisch. Im Hintergrund lief leise das Lied „Love changes everything“, dessen Refrain (eben diese Worte) erklang. Wie passend. Wie nett. Zufall? Vielleicht.
Ich glaube nie war ich, vielleicht auch sie, so glücklich. Wie eine Fügung des Schicksals, sozusagen. Es kam, wie es immer kam. Zu erst waren wir mehr als glücklich - ja, wir schienen das „Glück“ selbst erfunden zu haben! Eine gar wundervolle Zeit zu zweit. Nie mehr Einsamkeit, immer nur die wundervolle Präsenz des Anderen. Wie ich diese Momente liebte. Wie ich sie später vermisste.
Irgendwann hatte ich Geburtstag, ich freute mich schon diesen Tag mit ihr verbringen zu können. Und sie kam, ein Geschenk in der Hand. Ich fragte, was es sei, doch sie meinte einfach nur, ich solle es auspacken. Es war ein Bild mit dem Titel „Schwarze Rose“, darauf zu sehen war, wie man sich denken kann, eine schwarze Rose. Es war wunderschön. Ich fragte „Wie kommst du denn immer auf solche Sachen?“. Sie antwortete schlicht und einfach, dass sie mir etwas geben wollte, was uns verbindet, was dafür sorgt, dass ich immer an sie denke. Ich fragte nach dem Künstler, erstaunlicherweise hatte sie es selbst gemalt. Ach, wie viel schöner es mir jetzt erschien. Es kam wirklich von Herzen. Ich küsste sie, voller Elan. Wie das weiterging können Sie sich sicher denken.
Doch leider scheint das Schicksal, das Glück, Gott – wer auch immer – einem immer einen Strich durch die Rechnung machen zu wollen und so kam es nach zwei weiteren Jahren des Glücks, wie es kommen musste – ich war wieder allein. Wie konnte es nur dazu kommen? Nun, im Prinzip ist es einfach. Es kam, dass wir uns seltener sahen weil sie immer etwas zu tun hatte, sei es Shopping mit den Freundinnen, oder sonst was. In Wahrheit war es aber etwas anderes, wie ich später erfuhr. Sie lernte „jemanden“ kennen. Jemanden - wie ich den Gedanken hasste, wusste ich doch, was nun kam. Sie sagte zu mir, sie hätte starke Gefühle... für uns beide. Aber für „ihn“ fühlte es sich irgendwie „echter“ an. Wahrer. Vielleicht hätte ich sie fragen sollen „Frischer?“, aber ich schwieg. In mir war ein Chaos ausgebrochen, eine – meine - Welt brach in sich zusammen. Wie konnte sie das nur tun? Mit welchem Recht? Warum tat sie mir so weh? Warum? Ich verstand es nicht. „Also...?“ fragte ich. Von ihr kam nichts... nur Stille. Sie umarmte mich. Ich spürte sie – ihre Wärme, ihren Herzschlag. ... Ihre Tränen. „Warum weinst du?“. Sie drückte mich fester. Ich erwiderte die Geste, hielt sie fest in meinen Armen, versuchte sie zu trösten. Es tat mir weh. Es war mir egal, was kommen würde, ich wollte nur nicht, dass sie weint. Ich wollte sie nicht traurig sehen. Ich wollte sie nicht weinen sehen. Ich wollte sie lächeln sehen, so voll Freude wie damals, als wir uns das erste Mal... Dieser Wesenszug an ihr war mir fast schon fremd. Ich hatte sie selten traurig erlebt, niemals derart traurig. Ich hatte mir immer gewünscht, dass sie niemals (mit mir – bei mir) traurig sein würde. Was war los? Ich ahnte es. Ich wusste es. Oder doch nicht? Meine Hand streichelte über ihre Wange „Ich möchte dich nicht weinen sehen...“. Sie gab mir einen Kuss auf die Stirn. „Es ist... es ist nur...“. „Ja? Sag es mir, bitte.“. „Ich kann nicht mehr...“ „Hmm?“ „Ich halte es nicht mehr aus, zwischen euch beiden... ich kann nicht zwei lieben. Ich kann nicht mehr. Es...“ ich legte ihr zwei Finger auf die Lippen. Ein Kampf mit den Tränen brach aus. „... ist aus?“, fragte ich. Sie nickte, Tränen liefen an ihrem Gesicht herunter, tropften auf meine Brust. Ich war paralysiert. Es war mir unmöglich mich zu bewegen. Als ich nach kurzer Zeit wieder halbwegs bei mir war sagte ich lediglich „GEH!“ und wendete mich ab. Sie ging. Sie weinte immer noch. Sie wollte nicht gehen. Ich wollte nicht, dass sie geht. Ich wollte aber auch nicht, dass sie mich weinen sah. Warum hatte ich das getan? Warum nur? Was trieb mich? Ich wollte sie doch bei mir haben. War mir meine „Ehre“ so wichtig? War es etwas anderes? Woran lag es? Warum hatte ich sie vertrieben? Ich wusste, sie kommt nicht wieder. Mein Glück war fort. Für immer. Ich fühlte mich noch nie so allein. Noch nie empfand ich solche Einsamkeit. Aber ich fühlte mich auch verraten. Es war schrecklich. Unter Tränen sah ich auf das Bild an meiner Wand – das Bild, das sie für mich gemalt hatte. Die Schwarze Rose. Ich ertrug seinen Anblick nicht.
Es folgten Perioden der Einsamkeit, der Depression, der Apathie. Ich sah sie nicht wieder. Einmal rief ich sie an, fragte wie es ihr ging. Es ging ihr gut, sie war glücklich. Wie schön das war – für sie. Sie fragte, wie es mir ginge. Ich antwortete, dass es mir auch ganz gut gehe. Ich log. Ich wollte sie aber nicht traurig machen. Vielleicht interessierte sie das auch gar nicht mehr? Ich weiß es nicht. Ich wollte sie aber eigentlich nicht anlügen. Ich denke sie hat es auch gemerkt, war ihre Antwort doch nur ein sachtes „Ach so, fein.“. Das Gespräch war sehr kurz. Ihre Stimme hallte ewig lange in meinen Ohren wieder. Ich konnte mich nicht davon befreien. Dauernd sah ich sie, hörte ich sie. Ich sah, wie wir uns küssten, sah wieder, wie ich sie das erste Mal traf. All diese Erinnerungen... ich wollte sie nicht. Sie waren zwar irgendwie schön – aber ich wollte sie nicht. Sie taten mir weh. Ich wollte sie aus meinem Kopf haben – ich wollte sie herausschneiden. Einfach nur fort damit. Der Schmerz sollte aufhören.
Ein Jahr zog ins Land. Es hatte sich nichts verändert. Es ging mir immer noch so, wie vorher. Warum? Warum konnte ich sie nicht vergessen? War sie denn meine wahre Liebe? War ich zu dumm? War es etwas anderes?
Eines Nachts kam wieder die Erinnerung, wieder der Schmerz. Ich konnte nicht schlafen – ich schlief seither sowieso sehr wenig – und schaltete das Licht an. So lag ich auf meinem Bett herum und dachte nach. Irgendwie. Ich versuchte mich abzulenken, während mir Tränen über die Wangen liefen. Wieder fiel mein Blick auf ihr Bild. Ich sah es lange an, bewegte mich keinen Millimeter. Schließlich stand ich auf und ging herüber, sah es mir aus der Nähe an. Es war immer noch so schön... aber es erinnerte mich auch einfach so sehr an SIE. Etwas, das uns verbindet, das dafür sorgt, dass ich immer an sie denke. Ja, das hatte sie wohl sehr gut hinbekommen. Aber es war mir nicht möglich es einfach wegzuwerfen. Zu viele Erinnerungen. Was war das für ein Leben? War es überhaupt ein Leben? Nicht nur Existenz? Warum? Warum ich? Ironischerweise – oder doch passenderweise? – lief im Hintergrund das Lied „Schwarze Rose“. Wie passend... oder doch nicht?

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Und nieder sinkt die kalte Asche
Auf nahen Wiesenboden
Eine Rose wächst daraus
So schwarz wie nur die Nacht

Ein Kind pflückt diese Rose
Und nimmt sie mit nach Hause
Sie steht dort auf der Fensterbank
In hellstem Sonnenglanz

Doch welken bald schon ihre Blätter
Und fallen sacht zu Boden
Die Mutter kehrt sie still zusammen
Und wirft sie lächelnd auf den Müll...

Die schwarze Rose ist verblüht...

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„Und wirft sie lächelnd auf den Müll“?. Ja... „Die schwarze Rose ist verblüht“. Für wahr... oder? Oder nicht? Oder doch? Ich wusste es nicht. Ich schrieb ihr einen Brief und befestigte daran einen Zettel, dass man ihn ihr bitte aushändigen solle.
Dann habe ich das Licht ausgemacht – für immer.



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